Aktuelle Fotoprojekte
- Gut Rossin
- Bildmusik
In den letzten Jahren sind vor allem im Rahmen meiner fotografischen Fortbildung am PhotoCentrum Berlin Kreuzberg verschiedene Projekte entstanden. Zwei Beispiele zeige ich hier.
Gut Rossin
Der marode Charme eines alten Gutshauses weckt in Fotografen alle Arten von kreativen Ideen. Bei mir kam wieder eine „Langzeitdokumentation“ heraus; diesmal spielt sie mit Zeit- und Größenverhältnissen.
5000 Jahre wie ein Tag
Wie kommt die Steinzeit ins Gutshaus?
Diese Steinzeitdame stammt aus Malta; ich habe die Replik aus dem Museum von La Valetta mitgebracht..
Ich stelle mir vor, wie sie 5000 Jahre lang still das Morgengrauen, die Mittagssonne, das Abendlicht und die Nacht an sich vorüberziehen lässt, während selbst das Gestein um sie herum zerfällt.
Meine Fotokollegen haben sich amüsiert, dass die Kamera scheinbar untätig einen ganzen Tag an die Wand gelehnt dastand. Denn die Kamera hatte keine Jahrtausende Zeit, sondern nur diesen einen Tag – doch unsere Phantasie kann den Rest hinzufügen.
Das Gutshaus im klassizistischen Stil, 20 km südlich von Anklam gelegen, wird von seinen jetzigen Besitzern liebevoll restauriert - auch ein Projekt für viele Jahre.
Mit Ohren sehen - Mit Augen hören
Bildmusik
Ein Projektkurs am Photocentrum
der VHS Friedrichshain-Kreuzberg,
2019/20
Ich seh Musik – überall.
Die Weinberge am Douro, das Bürohaus am Landwehrkanal – sehen sie nicht aus wie eine Etüde von Chopin, die perlenden Wellenbewegungen im Notenblatt und auch im Ohr?
Der knorzige uralte Olivenbaum über der 2000 Jahre alten Ruinenstadt – ist das nicht eine tanzende Hexe? Mussorgski hat sie schon in seinen „Bildern einer Ausstellung“ gekannt und als „Baba Jaga“ vertont; die zeitgenössische Hexe tanzt energischer zur Heavy-Metal-Version.
Die geflochtenen Zäune in siebenbürgischen Dörfern klingen für mich wie das berühmte „Kanon und Gigue“ des Barockmeisters Johann Pachelbel: die getragene, schrittweise Abwärtsbewegung im Kanon, die sprunghafte, spielerische Abwärtsbewegung in der Gigue – und beide immer wieder von oben neu einsetzend.
Chopins Melodienbögen finden sich in Berliner Bauten ebenso wie in portugiesischen Weinbergen
Die Hexe tanzt
Und das ist die Musik dazu:
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Frederic Chopin Etüde 25,12
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die Hexe Baba Jaga von Mussorgski, Heavy Metal Version
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Kanon von Johann Pachelbel
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Gigue ( der 2. Teil des Kanons)